Hardangervidda Nationalpark: Der ausführliche Wanderguide für die norwegische Wildnis
Der Hardangervidda Nationalpark ist eines der größten Naturgebiete Norwegens: eine weite Hochebene voller Seen, Bäche, Felsen und Schneefelder. Für Wanderer und Camper ist sie ein Ort, an dem du echte Weite und Stille findest. In diesem Guide erfährst du, was den Park so besonders macht, wie du eine Wandertour vorbereitest und was auf deine Packliste gehört.

Was ist die Hardangervidda?
Die Hardangervidda ist ein großes Bergplateau im Süden Norwegens. Sie wird oft als größte Hochebene Europas bezeichnet. Ein großer Teil des Plateaus steht als Nationalpark unter Schutz.
Die Landschaft ist offen und weit. Bäume gibt es auf der Hochebene kaum; du siehst vor allem Moos, niedrige Vegetation, Felsen und Wasser. Auch im Sommer können noch Schneefelder liegen.
Landschaft und Berge
Das Plateau ist übersät mit Seen, Flüssen und Bächen. An manchen Stellen ragen Berge aus der Ebene, wie der markante Hårteigen. Nördlich des Parks liegt der Gletscher Hardangerjøkulen.

Tiere und Pflanzen
Die Hardangervidda ist bekannt für ihre wilden Rentiere. Mit etwas Glück siehst du sie in der Ferne über die Ebene ziehen. Außerdem leben hier unter anderem Lemminge und Schneehühner. Im Sommer färbt sich die Vegetation an vielen Stellen mit Blumen bunt.
Achtung: Halte immer Abstand zu Wildtieren, besonders zu Rentieren mit Jungen. Nimm ein Fernglas mit, wenn du Tiere aus der Nähe beobachten möchtest.
Warum die Hardangervidda so besonders ist
- Weite und Stille: Du kannst stundenlang wandern, ohne vielen anderen Menschen zu begegnen.
- Abwechslungsreiche Landschaft: Seen, Felsen, Schnee und Bergpanoramen wechseln sich ab.
- Wilde Natur: Die Chance auf Rentiere und Vögel macht jede Wanderung spannend.
- Kombinierbar mit anderen Touren: Die Hochebene grenzt an bekannte Gebiete rund um den Hardangerfjord und Odda.

Wandern auf der Hardangervidda
Es gibt Wanderungen für verschiedene Niveaus: von einer kurzen Tageswanderung vom Rand des Plateaus bis zu mehrtägigen Touren von Hütte zu Hütte. Auf der Hochebene liegen verschiedene Berghütten, unter anderem des norwegischen Wandervereins DNT.
Nördlich des Parks verläuft die Rallarvegen, eine historische Route entlang der Bahnstrecke zwischen Oslo und Bergen. Sie ist vor allem bei Radfahrern beliebt.
Wähle eine Route, die zu deiner Kondition und Erfahrung passt. Informiere dich vorab bei der lokalen Touristeninformation oder bei offiziellen Stellen über den aktuellen Zustand der Wege und Hütten.
Tipp: Bist du noch nicht so erfahren, beginne mit einer Tagestour von einem gut erreichbaren Startpunkt. So lernst du das Gelände und das Wetter kennen, bevor du eine mehrtägige Tour planst.
Tagestour oder mehrtägige Tour?
| Tagestour | Mehrtägige Tour | |
|---|---|---|
| Erfahrung | Geeignet zum Kennenlernen | Erfahrung mit Navigation und Bergwetter empfohlen |
| Gepäck | Leichter Tagesrucksack | Größerer Rucksack mit Schlafausrüstung und Essen |
| Übernachten | In einem Dorf oder auf einem Campingplatz | In Berghütten oder im Zelt |
| Planung | Flexibel, abhängig vom Wetter | Route, Hütten und Proviant vorab planen |
Deine Tour vorbereiten
Wetter und Jahreszeit
Das Wetter auf der Hochebene ist wechselhaft, auch im Sommer. Nebel, Regen, Wind und Kälte können schnell aufziehen. Die meisten Menschen wandern in den Sommermonaten, wenn der größte Teil des Schnees geschmolzen ist. Prüfe immer die Wettervorhersage und passe deine Pläne an.
Navigation
Die Wege sind oft markiert, aber bei Nebel ist die Hochebene schwer überschaubar. Nimm eine Karte und einen Kompass mit, auch wenn du eine Navigations-App nutzt.
Übernachten: Hütte oder Zelt
Bei mehrtägigen Touren kannst du in Berghütten übernachten. Du kannst auch in der Natur zelten. Halte dich dabei an die lokalen Regeln für Wildcampen und Feuer, die du bei offiziellen Stellen findest.

Packliste für die Hardangervidda
- Feste Wanderschuhe mit gutem Knöchelhalt
- Regenkleidung und warme Schichten, auch im Sommer
- Mütze und Handschuhe
- Karte, Kompass und ein aufgeladenes Handy
- Ausreichend Essen; Versorgungsmöglichkeiten sind begrenzt
- Ein Wasserfilter, um Wasser aus Bächen zu filtern
- Ein Erste-Hilfe-Set für kleine Verletzungen
- Für Übernachtungen: Zelt, Isomatte und ein Schlafsack
Möchtest du mehr über Trinkwasser unterwegs wissen? Lies unseren Artikel über die Nutzung eines Wasserfilters auf Reisen.

Praktische Informationen
- Anreise: Die großen Flughäfen in der Nähe sind Bergen und Oslo. Von dort reist du mit dem Auto, der Bahn oder dem Bus weiter zu einem der Zugangspunkte rund um das Plateau.
- Zugang: Die norwegischen Nationalparks sind für Wanderer frei zugänglich. Für Übernachtungen in Hütten oder auf Campingplätzen zahlst du allerdings.
- Respektiere die Natur: Nimm all deinen Müll mit und störe keine Tiere.
- Sicherheit: Sag jemandem Bescheid, welche Route du läufst und wann du voraussichtlich zurück bist.
Verbinde deinen Besuch auf der Hochebene mit einer der bekannten Touren in der Nähe, wie der Trolltunga Wanderung oder der Wanderung entlang der vier Wasserfälle im Husedalen.

Häufig gestellte Fragen
Wo liegt die Hardangervidda?
Die Hardangervidda ist eine Hochebene im Süden Norwegens, östlich des Hardangerfjords. Ein großer Teil davon steht als Nationalpark unter Schutz.
Wann wanderst du am besten auf der Hardangervidda?
Die meisten Wanderer kommen im Sommer, wenn der meiste Schnee geschmolzen ist. Rechne aber auch dann damit, dass das Wetter schnell umschlagen kann.
Kannst du auf der Hardangervidda Rentiere sehen?
Ja, die Hochebene ist bekannt für ihre wilden Rentiere. Sie sind allerdings scheu, du siehst sie meist aus der Ferne. Ein Fernglas ist praktisch.
Darfst du auf der Hardangervidda zelten?
Zelten in der Natur ist in Norwegen an vielen Stellen möglich, aber es gelten Regeln. Die aktuellen Regeln im Nationalpark findest du in den offiziellen Informationen.
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